Rund um Puntagorda

Da uns die Wanderung bei Las Tricias so gut gefallen hat, entschließen wir uns, trotz eher mäßig verheißungsvoller Wettervorhersage zur Nachbargemeinde Puntagorda zu fahren, von es auch eine GPS gestützte Rundwanderung gibt. Es geht zunächst dicht am Barranco Izcagua vorbei…

…auf dessen anderer Seite man die Gofio Mühle von Las Tricias in der Ferne sehen kann, die wir vor einigen Tagen besucht hatten.

Die Einblicke in den Barranco sind stellenweise spektakulär und an einem Refugio, das wir durchqueren, hat man deshalb sogar zwei gläserne Aussichtsplattformen angebracht.

Der Wanderweg führt ebenfalls hinunter in einen Barranco, an dessen Steilwand sich ein riesiger Goldkelchwein (solandra) vor noch bewohnten Höhlen angesiedelt hat.

Auf der anderen Seite geht es wieder hoch, offenbar ist es hier im Jahresdurchschnitt feucht genug, daß es sogar Gras gibt… eine Seltenheit auf La Palma.

Ein Kanaren-Waldbrettspiel begleitet uns ein Stück – ein Schmetterling, den es in dieser Variante nur hier auf den Kanaren gibt.

Als wir langsam wieder aufsteigen in Richtung des Dorfes, braut sich oben so ganz langsam die Cascada zu Regenwolken zusammen.

Wir schaffen es aber noch rechtzeitig über den schönen, teilweise ganz neu angelegten Sendero und sind nach rund vier Stunden wieder am Auto.

Veröffentlicht unter abroad | 1 Kommentar

Old wine in new bottles

Da wir praktisch schon seit Jahrzehnten im Winter für einige Wochen herkommen, bleibt es nicht aus, daß wir bestimmte Wanderungen, die uns besonders gut gefallen haben, wiederholen. Ein reizvoller Aspekt dabei ist, die Veränderungen über die Jahre zu entdecken, sei es manchmal auch nur der Blick auf die sich immer weiter ausdehnenden Dörfer, die vor fast dreißig Jahren zum Teil nur einen Bruchteil der heutigen Ausdehnung hatten.

23.01.2019
Torre del Time
Richtung Tijarafe geht bei km 88 eine Straße nach El Jesús hinauf, die sich bis zu einer kleinen Ermita erstreckt, wo man den Wagen abstellen kann… so man denn einen Parkplatz findet. Vor Jahren noch ein Geheimtip, mußte man inzwischen einen richtigen Parkstreifen anlegen, weil die Touristen sonst alle Straßen mit ihren Mietwagen blockieren. Wir finden dort auch keinen Parkplatz und stellen unser Auto daher 200m höher ab, von wo es nicht mehr weit ist bis zu dem Wanderweg, der zum Feuer-Wachturm Torre del Time geht.
Gleich zu Anfang erweist sich der ‘Wanderweg’ schon als Kletterpartie.

Durch Wein- und Mandelgärten geht es ein Stück über eine ungeteerte Landstrasse…

…bis der Feuerturm von weitem sichtbar wird.

Nach einer kurzen Rast geht es weiter über die steinige Strecke…

…bis zur Abzweigung La Traviesa, die den schönsten Teil der Wanderung darstellt.

Das letzte Stück geht vorbei an uralten Pajeros, die wir zum Teil vor vielen Jahren noch bewohnt erlebt haben, die aber mittlerweile alle leer stehen.

Noch ein letztes sehr steiles Stück und nachdem wir an einem Garten noch ein paar Orangen kaufen konnten, sind wir wieder am Wagen.

22.01.2019
Fuencaliente
In Fuencaliente – oder Los Canarios, wie es mittlerweile heißt – hat sich sehr viel getan. Es wurden sowohl viele Häuser als auch Straßen gebaut, so daß man das Dorf kaum noch wiedererkennt, wenn man länger nicht mehr hier war.
Wir entschließen uns dazu, den Salinen und den beiden Leuchttürmen einen Besuch abzustatten, die man mit einer Wanderung durch die Schlackenfelder des Teneguia von Fuencaliente aus erreichen kann.

Inzwischen führt auch eine ausgebaute Straße hinunter, weshalb der Parkplatz vor den Leuchttürmen gut besucht ist. Der alte Leuchtturm, der schon vor 1900 erbaut wurde, war bei den Vulkanausbrüchen (bzw den begleitenden Erdbeben) der Jahre 1949 und 1971 so stark beschädigt worden, daß 1985 ein neuer Turm daneben erbaut wurde und der Alte nur noch als Museum dient.

In unmittelbarer Nachbarschaft liegen die Salinen, in denen das Teneguia Salz gewonnen wird. Nähert man sich den Becken, geht man auch bei den Zuwegen über eine Salzkruste. Hier gibt’s bestimmt niemals Glatteis!

An dieser Stelle der Insel kann man nicht nur El Hierro sehen wie in Puerto Naos, sondern am Horizont zeichnet sich hier auch La Gomera ab.

20.01.2019
Pico de la Cruz
Die Wettervorhersage prognostiziert heute nur auf den höchsten Gipfeln der Inseln Sonne – wenngleich dort oben auch bei vergleichsweise eisigen Temperaturen und oft genug mit scharfem Wind. Wir nehmen trotzdem die lange Anfahrt über Santa Cruz in Kauf und schlängeln uns mühsam hinauf bis zum Pico de la Cruz, von dem aus man entweder hinunter zum Pico de las Nieves (und bei Bedarf noch weiter zur Virgen del Pino), oder aber hinauf Richtung Roque de los Muchachos und den Observatorien gehen kann. Wir entscheiden uns für die Richtung Roque…

Tatsächlich pfeift hier oben der Wind ganz ordentlich, so daß wir zum erstenmal in diesem Urlaub die Anoraks tragen müssen. Der Weg über den Grat ist allerdings sehr schön und die Sicht auf die Caldera und das restliche Felsmassiv traumhaft…

Die Ausblicke sind spektakulär…

…und schon bald können wir nicht nur die ersten Bauten des Observatoriums sehen, sondern leider auch den überfüllten Parkplatz dort oben, weshalb wir nach einer Pause wieder zum Auto zurückkehren.

19.01.2019
El Time ‘komplett’
Abgesehen von unserer traditionellen ersten ‘Konditionierungswanderung’ zum El Time hinauf, gibt es dort auch noch die Variante, die nach dem Besuch im Gipfelcafé nicht wieder den gleichen Weg hinunter nach Puerto de Tazacorte nimmt, sondern noch ein Stückchen weiter aufsteigt in Richtung Torre del Time.
Diesmal kommen wir deutlich schneller hinauf als beim ersten Versuch vor zwei Wochen…

…und nach erwähntem Kaffee-Stop geht es weiter hoch, bis man unter einem Bündel Wasserrohre (die zur Versorgung der Plantagen dienen) hindurchgeht…

…um auf der anderen Seite des Berges hinabzusteigen. Hier hat man einen tollen Blick auf das Aridanetal…

…und schraubt sich langsam über der Straße auf dem Wanderweg nach unten.

Unten durchquert man einige Bananenplantagen…

…bis man unter wenig Vertrauen erweckenden Überhängen aus ziemlich lockerem Vulkangestein wieder die Straße nach Puerto Tazacorte erreicht.

 

Veröffentlicht unter abroad | Hinterlasse einen Kommentar

Die Dragos von Las Tricias und die Höhlen von Buracas

Während der ‘Touristen-Drachenbaum” oben an der Straße bei Puntagorda steht, muß man sich die wirklichen Stars dieser Gattung in einer nicht ganz einfachen Wanderung bei Las Tricias erarbeiten. Gleich bei der Dorfkirche geht ein schmaler Pfad durch bunte Gärten hinunter…

…vorbei an blühenden Mandelbäumen…

…und einem ziemlich tiefen Barranco.

Nach wenigen Kilometern erreicht man eine alte Gofio-Mühle…

…die zwar nicht mehr in Betrieb ist, aber ein interessantes kleines Museum beherbergt.

Je tiefer man kommt, umso häufiger trifft man alte Drachenbäume an, die erstaunlich groß werden können.

Kurz vor den Höhlen ist ein sehr hübsches Café angesiedelt…

..wo es erstmal ein zweites Frühstück gibt.

Vom Café aus geht ein ziemlich rustikaler Weg zu den Höhlen der Ureinwohner…

…die zwar ganz nett, für uns aber deutlich weniger interessant sind, als die übrige Natur hier.


Für den Rückweg nach oben gehen wir eine andere Route, auch wieder an beeindruckend großen Drachenbäumen vorbei.

Auch das letzte Stück nach oben ist wieder ziemlich steil und steinig, läßt sich mit den Wanderschuhen aber gut gehen und nach etwa 4 Stunden sind wir wieder bei unserem Auto in Las Tricias.

 

Veröffentlicht unter abroad | 1 Kommentar

Zum Lavasee

Die erste Woche ist schon rum und wir beschließen aufgrund des günstigesn Wetters, die obligatorische Vulkanroute bis zum Lieblingsort zu gehen, dem Lavasee, der 1949 beim Ausbruch des San Juan entstanden ist.

Vom Refugio geht es den gewohnten Weg hinauf, Hexenschuß-bedingt diesmal etwas langsamer als sonst.

Der Kiefernwald, der vor zwei Jahren nahezu völlig abgebrannt war, hat sich wieder weitgehend erholt, nur die angekohlten – aber nicht verbrannten – Stämme erinnern an die Feuersbrunst.

Selbst ein abgesägter Baum treibt am Stumpf neu aus, es sei denn, er wird entrindet. Erst dann können sich auch Pilze daran ansiedeln, um ihn langsam zu zersetzen.

Zwar hat das Feuer oft von den Bäumen nur den Hauptstamm übriggelassen, trotzdem treibt er an diesem Pfahl neu aus, was in der Masse schon recht seltsam aussehen kann

Der Dezimierung des Baumbestandes steuert der Wald selbst entgegen, indem er ungewöhnlich viele neue Sämlinge austreibt.

Auch der Baum, den wir seit mehr als 20 Jahren immer für eine Frühstücksrast genutzt hatten, wurde ein Opfer des Feuers. Inzwischen hat aber auch er wieder neue Triebe, auch wenn das den Sitzkomfort etwas beeinträchtigt.

Es geht vorbei am Hoyo Negro Krater, der ebenfalls dem Ausbruch des San Juan zu verdanken ist, der damals drei Ausbruchstellen hatte. Er bricht von Jahr zu Jahr mehr ein und der Wanderweg wurde schon etliche Male verlegt, weil ihn die Erosion gefressen hatte.

Endlich ist der Lavasee erreicht…

…von wo der Weg weiter führt am Duraznero vorbei bis hinunter nach Fuencaliente.

Wir hatten ohnehin vor, den Weg nur bis hierhin zu gehen, allerdings steigt in der Ferne auch wieder die Cascada auf, weshalb wir uns wieder auf den Rückweg machen, wo noch wolkenloser Himmel lockt.

Veröffentlicht unter abroad | 1 Kommentar

Santa Cruz

Heute ist Erholungstag von der Wanderung und wir fahren auf die andere Seite der Insel, wo schönes Wetter angesagt ist.
Was uns direkt auffällt, ist der große (leere) Sandstrand, den man offenbar dort aufgeschüttet hat, wo es früher Parkpätze gab. Einen solchen haben wir jetzt in der Oberstadt gefunden und den viertelstündigen Fußmarsch nach unten in Kauf genommen.

Die historischen Balkonhäuser an der Avenida Maritima gibt es hingegen noch, sie stehen als Touristenmagnet auch unter Denkmalschutz.

Ähnlich wie auch bei unseren alten Fachwerk-Konstruktionen erfordern schräge Balken von den Restaurateuren einen gewissen Einfallsreichtum

Natürlich gibt es auch noch den Nachbau der ‘Santa Maria’ an der  Plaza De La Alameda, dem Flaggschiff von Christoph Columbus

Die Calle Real ist wie immer voller Leute, mindestens ebenso viele Spanier wie Touristen…

…die Balkone sind oft sehr aufwendig mit Blumen geschmückt.

Wieder zu Hause fahren wir in ein kleines Fischrestaurant auf ‘La Bombilla’, wo es ein Steak vom ‘Peto’ gibt, einem (bis über 2m lang werdenden) mit dem Thunfisch verwandten Raubfisch, der außerhalb der Kanaren auch als ‘Wahoo’ bekannt ist.

Veröffentlicht unter abroad | 1 Kommentar

Von Tinizara zum Roque Palmero

Heute wollen wir eine neue Tour ausprobieren, die vom Refugio Tinizara bis hinauf zum Roque Palmero führt, einem Nachbarn des Roque de los Muchachos. Die Anfahrt bis Tinizara dauert schon fast eine Stunde, dann kommt die endlose Straße hinauf zum Refugio, das bereits auf 1200m liegt.

Es ist sonnig und hier oben blühen auch die Mandelbäume, die im Gegensatz zum Süden hier auch noch recht gesund aussehen… anscheinend ist es dem Pilz, der viele Mandelbäume der Insel befallen hat, hier zu kalt.

Es geht gleich sehr steil hoch, anfangs noch auf befahrbarer Straße…

…bald aber schon über steilen Waldweg vorbei an skurilen Felsformationen, die alle vulkanischen Ursprungs sind.

In einer der stattlichen Kiefern ist ein großes Loch…

…was daran liegt, daß ein Waldbrand den Stamm einseitig weggebrannt hat, weshalb es erstaunlich ist, daß der halbe Stamm den schweren Baum noch halten kann.

Als wir an der Abzweigung ankommen, an der ein Weg hinauf zum Roque Palmero abgeht, müssen wir leider feststellen, daß der Weg von Mountainbikern so zugerichtet wurde, daß er für Wanderer nicht mehr gefahrlos begehbar ist…

…wesjalb wir lieber den Rückweg antreten.

Veröffentlicht unter abroad | 1 Kommentar

Piratenbucht und Drachenbaum

In Tijarafe geht eine ebenso steile wie abenteuerliche Straße hinunter zur ‘Piratenbucht’. Die Straße ist im Grunde einspurig, wenn man also auf Gegenverkehr stößt, muß einer nach einer Ausweichmöglichkeit suchen, was dann schonmal etwas dauern kann.

Wir parken am oberen der beiden Parkplätze und gehen die letzten Serpentinen der hier unten etwas breiteren Straße zu Fuß…

Der Weg zur Piratenbucht, der vor Jahren noch ein einfacher Pfad war, ist mittlerweile geradezu komfortabel angelegt…

…wobei man besser nicht beachten sollte, was da so alles an brüchigem Gestein über einem hängt.

Inzwischen werden die Behausungen nur noch als Wochenend- bzw Ferienhäuser der Einheimischen genutzt…

…was bei dem Besucher auch keinen Neid aufkommen läßt, denn es ist zwar recht abenteuerlich aber nicht unbedingt sehr komfortabel.

Der Weg nach oben auf der einspurigen Straße gelingt diesmal glücklicherweise ohne Gegenverkehr…

…und wir machen noch einen kurzen Besuch bei einem der ältesten Drachenbäume der Insel. Vor 20 Jahren gab es noch zwei Dragos an dieser Stelle, die nicht nur durch die Stürme, sondern auch durch ihr eigenes Gewicht immer krummer wurden. Der eine war wohl irgendwann nicht mehr zu halten und um wenigstens den anderen zu retten, hat man ihm inzwischen eine Stützmauer spendiert.

Hier zieht mittlerweile die Cascada auf und es wird frisch, weshalb wir nach einem Kaffeestop am El Time bald nach Hause fahren, wo das Wetter sogar noch zu einem Besuch im Pool einlädt.

Veröffentlicht unter abroad | 1 Kommentar

Über die Kapelle an der Kiefer zum Schneegipfel

Noch im letzten Jahr sah nicht nur die kleine Kapelle an der großen Kiefer etwas mitgenommen aus, sondern auch die uralte Kiefer selbst schien am Ende. Man hatte den Wurzelbereich ausgegraben und die ziemlich zementlastigen Reparaturmaßnahmen schienen dem Veteranen eher zu schaden als zu nutzen. Umso erstaunter waren wir, daß in diesem Jahr nicht nur die Kapelle in neuem Anstrich erscheint, sondern auch die Kiefer wieder ziemlich erholt aussieht.

Direkt hinter der Kapelle beginnt der steile Aufstieg durch den Kiefernwald…

…mit vielen Bäumen, die mehrere hundert Jahre alt sind.

Wo der Wald endet, beginnt der alte Eselsweg, der sich langsam in zahlreichen Serpentinen nach oben schraubt.

Nach kurzer Rast auf der Cumbre geht es weiter Richtung Pico de la Nieve, der Weg wird nicht unbedingt einfacher…

Hier oben hat man den wahrscheinlich besten Blick über den gesamten vulkanischen Bergrücken, der Insel.

Wir steigen weiter auf…

…aber dann holt uns die Cascada ein, die Inselwolke, der die kanarischen Kiefern und auch viele andere Pflanzen hier oben ihre Existenz verdanken…

…und wir machen uns wieder auf den Rückweg.

Ausklang ‘zu Hause’ auf der Terrasse.

Veröffentlicht unter abroad | 1 Kommentar

Einstieg mit Aufstieg

Schon fast Pflichtübung, um wieder in Form zu kommen, ist der Aufstieg zum Gipfel des El Time, der im Hafen von Tazacorte beginnt. Steinschlag ist hier an der Tagesordnung und wird meist gleich in Wegbegrenzungsmauern verarbeitet, es sei denn, er übersteigt eine bestimmte Größe.

Ist der anstrengendste Teil mit den Geröll-Serpentinen erstmal geschafft, geht es durch üppige Gärten…

… und Plantagen aller Art. Hier wollten wohl die Papayas ans Licht:

Endlich ist das Gipfelcafé in Sicht, im Hintergrund ist der Pico Bejenado schon etwa auf der gleichen Höhe.

Nach einer Stärkung im Café geht es wieder die Serpentinen runter…

…möglichst schnell an den potenziellen Steinschlägen vorbei…

Nach einem etwas vorgezogenen Abendessen in einer der Fischkneipen von Puerto Tazacorte sind wir rechtzeitig wieder auf unserer Terrasse um noch den Sonnenuntergang zu sehen.

 

Veröffentlicht unter abroad | 1 Kommentar

The games are opened…

Da wir mittlerweile schon Probleme haben, die viereinhalb Stunden Flugzeit bei den heutigen Sitzabständen problemlos zu überstehen, haben wir dieses Mal versuchsweise ‘Premium Economy’ gebucht. Was uns an dem Angebot eigentlich interessierte, war im Grunde nur die Tatsache, daß dabei der mittlere Sitz frei bleibt. Da dadurch aber nicht zwangsläufig die Beinfreiheit größer wird, hat sich Condor noch ein paar weitere angebliche Vorteile einfallen lassen, die man bei der Premium-Buchung dazu bekommt: ein paar Kilo mehr Gepäck und schnelleres Einchecken durch gesonderte ‘premium lane’, kostenlosen Kopfhörer, ein Essen, und … und…

Der erste Dämpfer kommt beim Vorabend Check In: wir stehen in der gleichen Schlange wie alle, denn es ist nur ein einziger Angestellter von Condor da…
Am nächsten Morgen kommt in der waiting lounge der nächste Gag: es wird angekündigt, daß die Premium Bucher zuerst einsteigen können… da der Flieger aber ziemlich weit draußen auf dem Flughafengelände steht, werden die Fluggäste mit Bussen dorthin gefahren… natürlich alle zusammen im gleichen Bus, insofern ist auch dieser angebliche Vorteil Makulatur.Die ‘Premium’-Sitze sind wie gesagt ganz normale Sitze mit der gleichen Bein(un)freiheit wie bei allen anderen auch. Lediglich den Mittelsitz zahlt man zusätzlich, damit er frei bleibt, man könnte sich also theoretisch quer setzten, wenn das denn den Sitzkomfort irgendwie verbessern würde, was in der verkrümmten Haltung natürlich nicht der Fall ist.
Dann kommt der Clou: das sogenannte ‘Essen’! Da wir einmal vegan und einmal vegetarisch vorbestellt hatten, waren wir auf diese Unterschiede schon ziemlich gespannt. Der ständig grinsende und penetrant gute Laune verbreiten wollende Saftschubser kam also – ganz in business class Manier und kündigte an, ‘jetzt eindecken’ zu wollen. In der Business Class erhält man an dieser Stelle unter anderem die Tischdecke, hier faltet der Stewart eine stinknormale Papierserviette vor einem auseinander und kündigt den lunch an. Der kommt nach kurzer Zeit mit der Bemerkung, daß vegan und vegetarisch das gleiche sei und wir deshalb beide Milchreis bekämen. Den letzten Milchreis hat man mir im Vorschulalter kurz nach dem Krieg angeboten und ich erinnere mich trotzdem, daß ich ihn als Reis erkennen konnte. Die undefinierbare zerkochte Zuckerpampe, die man hier in einem Plastikförmchen mit Alufoliendeckel erhält, würde man ohne entsprechenden Hinweis nie als Reis erkennen… und ich bin wirklich nicht anspruchsvoll. In einem weiteren, noch kleineren Förmchen wird noch eine undefinierbare Schaum-Masse angeboten, die völlig ungenießbar ist, selbst wenn man den Vergiftungstod aufgrund rückseitiger Inhaltsbeschreibung nicht fürchtet, die nicht nur alle Arten von Zucker und Farbstoffen ausweist…

Den Kopfhörer gab es natürlich auch nicht, wozu auch, der Flieger hatte schließlich gar kein Audio/Videosystem. Von einigen empörten Fluggästen angesprochen, wurde das mit der Tatsache erklärt, daß der Flieger aus der übernommenen Konkursmasse von Air Berlin stammt, die als absoluter Billigflieger kein Unterhaltungssystem hatten. Tolle Begründung…

Immerhin hat der Flug letztlich doch irgendwie geklappt, wir sind planmäßig angekommen und konnten als erste mit unserem Mietwagen wegfahren, weil wir mittlerweile Gepäckabholung und Mietwagen als eingespieltes Team zweigleisig, also gleichzeitig machen. Schnell noch in El Paso eingekauft (zufällig den einzigen offenen Supermarkt angefahren… heute ist hier Feiertag: hl. 3 Könige) und kurze Zeit später am Haus eingetroffen. Abendessen gemacht, Flasche Hoyo de Mazo geöffnet, Sonnenuntergang genossen… angekommen!

Veröffentlicht unter abroad | Hinterlasse einen Kommentar